1870 -- vom 11. bis 13. Juni

einen Monat vor Ausbruch des Krieges. Dieses Fest fiel mit der Kirmes zusammen.Das war bis dahin fast immer der Fall.  Den Königsschuß tat der Landwirt Schulte-Ladbeck aus Habinghorst. Die Königin stammte vom Hof Stöwe in Beckum. Damals leisteten sich die Henrichenburger Militärmusik. Die Kapelle des Königlichen Preußischen Infanterie Regiment Nr. 7 lieferte die Musik. Das Fest wurde sehr flott gefeiert.

1888 -- vom 11. bis 13. August

Das Zelt hatte seinen Standort in der Nähe der jetzigen Wartburg vor dem Henrichenburger Busch. Dieser Ort muß als der historische Festplatz angesprochen werden, auf dem fast alle Schützenfeste bis dahin gefeiert wurden. Die Vogelstange stand bei Vockmann in Borghagen. König wurde der Brauereibesitzer Heinrich Kleinalstede aus Habinghorst. Als Königin erkor er sich Frau Maria Schulte im Hofe. (Habinghorst hat bis 1897 die Schützenfeste in Henrichenburg mitgefeiert.)

1897 -- vom 28. bis 30. August

Das Festzelt stand auf dem Felde zwischen der alten Schule und dem Hause Henrichenburg. Die Vogelstange war bei Böhmer im Stovern errichtet. König wurde Heinrich Rupieper aus Borghagen und Königin Frau Josephine Kleinalstede aus dem Dorf.

1908 -- vom 30. August bis 1. September

fand dieses Schützenfest statt. Man beging das 160jährige Jubiläum des Vereins.Das Festzelt stand auf dem Felde wie 1897. Die Vogelstange war bei Degener in Borghagen errichtet. Den Königsschuß tat Landwirt Wilhelm Schürmann aus Becklem. Als König Wilhelm I. erkor er sich die  Frau des Rentners Franz Niermann aus Borghagen zur Königin. Ein gewaltiger Sturm ließ das Zelt völlig zusammenbrechen. Die Nachfeier fand deshalb in den Henningfeldschen Lokalitäten statt.

1929 -- vom 24. bis 26 August

vom Verlauf des letzten Henrichenburger Schützenfestes vor dem II. Weltkrieg, sind wir durch die damalige Ortspresse unterrichtet. Henrichenburg beging die 181. Jubelfeier des Schützenvereins. Das ca. 2500 qm große Zelt stand an der Waltroper Strasse, die Vogelstange war bei Sanders auf der Wiese errichtet, den Vogel schnitzte der "Deilmann-Nachfolger" Bollrath. Die Krone schoß der Schütze Huxel herunter, das Zepter der Thronoffizier Bökamp, den Reichsapfel erkämpfte sich der Vizefeldwebel Eickelkamp.Zuletzt kämpften nur noch der alte König Schürmann und der Bauunternehmer H. Send.     "Ek segg di, he kömmt no Becklem.....!" --- "Det deiht he nich, he bliff int Duarp....!" Heinrich Send holte den Vogel zur Erde, Henrichenburg hatte einen neuen König und als Königin, Frau Maria Rombeck.

Prolog zur Krönung, vorgetragen von Fräulein Clairmont, verfasst von Dr. Dorider

Von hoher Stange holtest du

mit sichrer Hand den stolzen Aar.

Laut jubelt heut dein Volk dir zu

und bietet Dir die Krone dar.

 

Du Königin und Herrscherin,

geruhe huldvoll dich zu neigen.

Dem Volke, das mit treuem Sinn

Dir Lieb und Ehre will bezeigen.

 

Was mancher hält für kindlich Spiel,

hat tiefen Sinn gehabt allzeit,

und gibt es auch der Neider viel,

es stört uns Missgunst nicht, noch Neid.

 

Des schämen wir uns wahrlich nicht,

was vordem unsere Väter taten,

seht unser Banner, alt und schlicht,

es hat uns immer treu beraten.

 

Seht seine Farben, Blau und weiss,

so weiss erstrahlet unser Streben,

das Blau der Treue lodert heiss,

im Herzen uns durchs ganze Leben.

 

Drum Schützenbrüder, schliesst die Reihen,

gerad in dieser schweren Zeit,

Der alten Fahne uns zu weihen,

mit Bürgersinn und Einigkeit.

 

Und lasst die Lieb zur Heimaterde,

zum Land, das liegt in tiefster Schmach,

erst recht entflammen, das es werde

ein neuer, deutscher, herrlicher Tag.